Sie behandeln uns wie Tiere

Wie Schweizer Medien in Bezug auf Kroatien und die Migrantenströme erneut nur eine Seite der Medaille zeigen

Kroatien ist wieder in aller Munde. Diesmal aber negativ. Einige Schweizer Medien schreiben heute ausführlich über das angeblich unangemessene Verhalten der kroatischen Polizei gegenüber Migranten, welche die kroatische Grenze illegal überschreiten. So ist in einem Bericht der Rundschau einzelnen Aussagen von Protagonisten zu entnehmen, dass die Polizisten ihnen unter anderem Geld, Zigaretten und sogar das Handy abgenommen hätten. Heute Abend zeigte das Schweizer Fernsehen SRF während der Hauptsendezeit (Rundschau 20:05 Uhr) den vollständigen Beitrag unter dem Titel «Prügel an der EU-Grenze: Wie Kroatien Migranten abschiebt».

Im Bericht wird unter anderem gesagt, dass Kroatien Migranten illegal über die Grenze zurückschafft und ihnen zudem die Möglichkeit eines Asylantrags verwehrt. Weiter heisst es, dass die kroatische Polizei bei der Rückschaffung an die bosnische Grenze und damit nach Bosnien-Herzegowina Gewalt gegen die Migranten anwendet. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, welche weiteren Vorwürfe im Beitrag gegen Kroatien und seine Polizei erhoben wird. Wir haben aber die Redaktion des Schweizer Fernsehens in einer Anfrage mitgeteilt, dass zu diesem Thema nicht alles recherchiert wurde. Die Berichterstattung ist einseitig und zeigt nur eine Seite der Medaille. Im Bericht kommt etwa die lokale Bevölkerung von Lika und Gorski Kotar überhaupt nicht zu Wort. Bei der illegalen Einreise überqueren die Migranten nämlich ihre Privatgrundstücke. Die kroatische Polizei hat keine Möglichkeit sämtliche Flüchtlinge abzufangen. Wie auch, wenn die Grenze zu Bosnien-Herzegowina 1011 Kilometer lang ist?

Wir alle kennen die schwierige Situation von Migranten in Bosnien-Herzegowina. Leider wissen aber nur die wenigsten, was in den letzten Monaten in Kroatien und im benachbarten Slowenien wirklich passiert.

Einen Einblick, was sich in den letzten Wochen abgespielt hat, gibt uns Bergsteiger Tomislav Majnarić. Am 20./21. April war er auf Patrouille im besetzten Teil von Gorski Kotar, welche täglich von grossen Migrantengruppen passiert werden. Seine Notizen besagen Folgendes: «1. Eine Berghütte auf einem weissen Felsen aufgebrochen! Alles befindet sich in einem kompletten Saustall, alles voller Müll, überall liegen Kleider und Schuhe. Das Haus ist unbrauchbar. 2. Das Jagdhaus Plana ist komplett zerstört! Es zu reparieren ergibt keinen Sinn. Heute reparierst du es und in der nächsten Nacht kommen die nächsten illegalen Einwanderer und zerstören es erneut! Das Haus ist unbrauchbar, aufgebrochen, kaputt. 3. In die Berghütte Janjčarica wurde erneut eingebrochen!!! Ich habe mich nachts auf die Lauer gelegt, in der Hoffnung die «nächtlichen Besucher» vorzufinden… leider ist in dieser Nacht niemand gekommen! Die Bergsteiger haben die Fenster mit Nylonplachen und Brettern zugenagelt, damit es zumindest nicht reinregnet und auch keine Tiere ins zerstörte Haus eindringen. Doch auch das half nichts. Erneut wurde eingebrochen und alles demoliert. Auch dieses Haus ist unbrauchbar, und das wird es auch bis auf Weiteres bleiben. Es macht keinen Sinn, irgendetwas zu reparieren.

Dies ist nur ein Teil der Informationen, welche das wahre Ausmass, der illegalen Migrantenströme zeigen. Die Schäden gehen jetzt schon in die Millionen …», schreibt der Bergsteiger unter anderem auf seiner Facebook-Seite.

Darüber hinaus hat der Autor des Artikels mehrere Tage in Lika verbracht und sich mit Menschen unterhalten, die auch mit dem konfrontiert sind, was in den Schweizer Medien nicht erwähnt wird. Mit keinem Wort wird erwähnt, wie Gruppen von jungen Männern – ohne Frauen und Kinder – durch die Dörfer und Wälder von Lika und Gorski Kotar ziehen, in Häuser einbrechen und ein zerstörtes Inventar hinterlassen. Es zeigt sich, dass niemand mit der lokalen Bevölkerung gesprochen hat. Sie sind es nämlich, welche mit den brutalen und gewalttätigen Handlungen der illegalen Migranten konfrontiert werden, weil diese schliesslich durch ihre Privatgrundstücke streifen und alles verwüsten.

Nirgendwo sieht man, dass die Medien versucht haben die Realität so einzufangen, wie sie wirklich ist! Hat die kroatische Polizei überhaupt die Kapazität die gesamte Grenze zu Bosnien-Herzegowina zu kontrollieren? Es stellt sich des Weiteren die Frage, wie die Schweizer reagieren würden, wenn sie an ihrer Grenze täglich Anrufe von besorgten Bürger erhalten würden, die sich aus Angst in ihren eigenen vier Wänden einsperren müssen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen im eigenen Land.

Warum haben die Schweizer Medien nicht versucht, die andere Seite der Medaille aufzuzeigen, wie etwa das Beispiel einer schwangeren Migrantin in Plješevica, welche die kroatische Polizei in eins ihrer Fahrzeuge trug und anschliessend ins nächste Spital brachte. Dort stellten die Ärzte dann fest, dass die Frau überhaupt nicht schwanger war. Wenn es um die kroatische Polizei geht, gibt es nicht nur negative Beispiele, sondern eben auch positive.

Die reale Situation sollte auch von den kroatischen Medien angesprochen werden! Muss es in Kroatien zu weiteren Tragödien kommen, bis man sich fragt, hätten wir es nicht rechtzeitig verhindern können?

Autor: Ruža Studer