Ein Holocaust-Denkmal, das die Wahrheit verdeckt – NZZ vom 15. Juni 2019.

Odgovor g. Tihomira Nuića švicarskom mediju NZZ (Neue Zürcher Zeitung) na članak koji je njihov novinar Andreas Ernst objavio 15. lipnja 2019.

Da smo u Švicarskoj, kad je u pitanju Hrvatska često suočeni s negativnim člancima, nije za Hrvate koji u Švicarskoj žive novost. Čak ni uspjeh naših Vatrenih nije prošao bez negativnih naslova. Na takve članke, kao i na nedavnu, jednostranu reportažu švicarske nacionalne televizije reagirali su neki od nas. Zadnjih mjeseci na takve članke reagira i veleposlanica Republike Hrvatske u Švicarskoj, dr. sc Andrea Bekić.

Oni koji švicarske medije prate već više desetljeća, znaju da je osoba koja uvijek reagira i ukaže na netočne detalje koje su novinari iznijeli g. Tihomir Nuić.  Neka njegova pisma koje kao čitatelj uputi medijima, budu objavljena u njihovom tiskanom izdanju. Zadnji članak autora Andreasa Ernsta na koji je g. Nuić reagirao objavljen je u NZZ, Neue Zürcher Zeitung 15. lipnja o.g. pod naslovom: Ein kroatisches Holocaust-Mahnmal verdeckt die schmerzhafte Wahrheit. Poveznica na članak NZZ.CH

Odgovor gospodina Nuića donosimo u cjelini:

Herr Andreas Ernst hat Recht, wenn er die Ausblendung des lokalen Kontextes beim unausgegorenen und willkürlichen Projekt des Stadtparlaments von Zagreb kritisiert. Es ist nicht klar, ob es diesbezüglich im Parlament überhaupt eine Auseinandersetzung gegeben hat. Nachdem der korrupte Bürgermeister unter scharfer Beobachtung der Staatsanwaltschaft steht und bereits in der Untersuchungshaft einige Zeit verbracht hat, kann das Mahnmalprojekt als rein pragmatische Rechtsschutzwaffe verstanden werden. Die theoretischen Ausführungen zum Fall in der NZZ müssen jedoch zum Teil ergänzt oder korrigiert werden.

Der Autor behauptet, dass der Ustaša-Staat, ein Vasall des Deutschen Reiches, (…) aus eigenem Antrieb Judengesetze und Konzentrationslager schuf. Der Historiker Ivo Goldstein, dessen Familie vom rassistischen Wahn direkt betroffen war, betont in einer Studie, dass bislang nicht festgestellt werden konnte, wo die Idee zur Einführung der Rassengesetze herrührte, bzw. wer der Initiator derselben war. Es gebe keinen Beweis, dass sich jemand in der Ustaša-Führung besonders für die antisemitische Gesetzgebung eingesetzt habe.

Herr Ernst schreibt: „1942 erklärte der Innenminister des unabhängigen Kroatien «die Judenfrage» für gelöst.“ Eine solche Behauptung müsste eine historiographische Neuheit sein. In der Historiographie steht fest, dass der Reichsminister des Innern (Wilhelm Frick) verlangt hatte, dass Kroatien bis zum Februar 1942 „judenfrei“ zu sein habe. Allerdings ist belegt worden, dass Emanuel Schäfer, Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Serbien, im Juni 1942 nach Berlin gemeldet hat, dass Serbien „das einzige Land, in dem sowohl das Juden- wie auch das Zigeunerproblem gelöst“ worden sei. Vielleicht handelt es sich hier um eine Verwechslung?

Die von Herrn Ernst angeführte Zahl der Opfer des Ustascha-Regimes dient nicht nur einem Propagandakrieg, sondern auch der Vertuschung der kommunistischen Verbrechen nach dem Kriegsende. In den letzten Jahren sind viele „offizielle“ Angaben als pure Erfindungen bewiesen und teilweise korrigiert worden. Als neustes Beispiel könnte Marko Danon aus Zagreb genommen werden, der festgestellt hat, dass sein Vater Moise Danon, sein Onkel Mordehoi Danon, sein Grossvater Sabetaj Danon und seine Grossmutter Rahela Danon als Opfer des Ustascha-Regimes im Register des Lagers Jasenovac eingetragen sind. „Mein Vater ist im Jahre 1969 gestorben und auf dem Friedhof Mirogoj beerdigt worden. Auch die Einträge von meinem Onkel und meinen Grosseltern sind eine grobe und schamlose Lüge und Fälschung“.

„Die bislang publizierten Opferzahlen Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg sind ein quantitativ wiederlegbarer Mythos und dienten seit 1945 der politischen Legitimationsstrategie, Auschwitz und Jasenovac sowie NSDAP, SS und Ustascha auf eine Stufe zu stellen. Dies war notwendig, um die Konstruktion, allein die ‘moralisch’ unbelastete Partisanenbewegung habe ‘die Völker Jugoslawiens’ vor dem Genozidprojekt des Ustascha-‘Faschismus’ gerettet, zu stützen.“ (Tvrtko P. Sojčić: Die ‘Lösung’ der kroatischen Frage zwischen 1939 und 1945. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008, S. 398).

Autor: Tihomir Nuić