Einreise nach Deutschland: Alles zu Quarantäne und Testpflicht

Immer mehr Urlaubsziele gelten wegen steigender Covid-19-Zahlen als Risikogebiete. Reiserückkehrer sind verunsichert: Was ist bei der Einreise nach Deutschland zu beachten? Wann ist ein Corona-Test fällig, und wann droht eine 14-tägige Quarantäne?

  • Update: Neue Corona-Quarantäneverordnung für Einreisen ab 8. November

  • Bei Einreise aus Risikogebieten Corona-Test weiterhin verpflichtend

  • Übersicht: Alle Risikogebiete innerhalb Europas

Von einem Risikogebiet ist unter anderem dann die Rede, wenn die Zahl an Neuinfizierten innerhalb der vergangenen sieben Tage höher lag als 50 Fälle pro 100.000 Einwohner (Inzidenz-Wert).

Risikogebiete innerhalb Europas:

  • Albanien

  • Andorra

  • Belgien

  • Bosnien und Herzegowina

  • Island

  • Kosovo

  • Luxemburg

  • Malta

  • Montenegro

  • Niederlande

  • Nordmazedonien

  • Republik Moldau

  • Rumänien

  • Russland

  • Serbien

  • Slowakei

  • Spanien

  • Tschechien

  • Türkei

  • Ukraine

  • Weißrussland

  • Bulgarien:
    Die Verwaltungsgebiete Blagoevgrad und Targowischte

  • Dänemark:
    Die Region Hovedstaden inklusive Kopenhagen

  • Estland:
    Die Region Idu-Viru

  • Finnland: die Region Österbotten

  • Frankreich:
    gesamt Kontinentalfrankreich sowie auch das franz. Überseegebiet Martinique

  • Großbritannien:
    Die Nationen Nordirland, Schottland und Wales sowie die Regionen East Midlands, West Midlands, North West, North East, Yorkshire and The Humber in England

  • Irland:
    Die Regionen Dublin, Border, Mid-West, South-West, Mid-East, West und Midlands

  • Italien: Die Regionen Kampanien und Ligurien

  • Kroatien:
    Die Bezirke Dubrovnik-Neretva, Pozega-Slavonia, Split-Dalmatien, Brod-Posavina, Virovitica-Podravina, Vukovarsko-Srijemska, Sisačko-Moslavačka, Krapinsko-Zagorska Zupanija, Lika-Senj, Međimurska und Zagreb

  • Litauen:
    Die Regionen Kaunas und Šiaulių

  • Österreich:
    Die Bundesländer Wien, Tirol und Vorarlberg

  • Polen: Die Regionen Kujawsko-pomorskie, Małopolskie, Podlaski, Pomorskie und Świętokrzyskie

  • Portugal:
    Der Großraum Lissabon und die Region Norte

  • Schweiz:
    Die Kantone Fribourg, Genf, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri,Waadt (Vaud), Zürich und Zug

  • Slowenien:
    Die Regionen Zasavska, Gorenjska, Osrednjeslovenska, Savinjska, Koroska, Jugovzhodna Slovenija, Pomurska und Podravska und Primorsko-Notranjska/Küstenland-Innerkrain

  • Ungarn:
    Die Hauptstadt Budapest sowie die Regionen Nógrád, Baranya, Hajdú-Bihar, Jász-Nagykun-Szolnok, Borsod-Abaúj-Zemplén, Komárom-Esztergom und Szabolcs-Szatmár-Bereg, Györ-Moson-Sopron, Csongrád, Vas, Veszprém und Pest

Corona-Testpflicht bei der Rückreise aus Risikogebieten

Wer aus einem Risikogebiet zurück nach Deutschland reist, muss sich verpflichtend und so schnell wie möglich auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 testen lassen. Diese Regelung gilt nach einem Beschluss der Bundesländer voraussichtlich noch bis 8. November.

Sonderregelungen einzelner Bundesländer sind möglich: So verlangt etwa Schleswig-Holstein zwei negative Corona-Tests. Einer darf frühestens 48 Stunden vor Einreise erfolgt sein, ein zweiter Test muss mindestens fünf Tage nach dem ersten erfolgen. Erst wenn beide Tests negativ ausgefallen sind, endet in Schleswig-Holstein die Quarantäne-Pflicht – in der Regel müssen Einreisende aus Risikogebieten also mindestens fünf Tage in häusliche Quarantäne.

Neben einem Test beim Hausarzt können sich heimkehrende Urlauber in vielen Bundesländern auch direkt nach der Ankunft an der Autobahn, am Bahnhof, Busbahnhof oder Flughafen untersuchen lassen.

Hier erfahren Sie alles zu Testmöglichkeiten an deutschen Flughäfen

An diesen Grenzübergängen gibt es Covid-19-Tests für Autourlauber

Diese Corona-Tests sind derzeit kostenlos. Ab 8. November sollen Reisende nach einem Beschluss der Bundesländer die anfallenden Gebühren dann allerdings generell selbst tragen.

Urlauber, die mit dem Flugzeug, Zug, Schiff oder Bus nach Deutschland zurückkehren, müssen vor der Einreise eine Aussteigekarte ausfüllen. Dort müssen sie neben Kontaktdaten auch Angaben zu Symptomen und – falls vorhanden – einem Testergebnis machen. Die Angaben werden an die zuständigen Gesundheitsbehörden gegeben.

Wer mit dem Auto aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und daher bei der Einreise keine Aussteigekarte erhält, muss sich eigenständig beim zuständigen Gesundheitsamt* melden.

Hier lesen Sie, was für Reisende aus und in Corona-Hotspots innerhalb Deutschlands gilt.

Neue Corona-Quarantäneverordnung für Einreisen ab 8. November

Ab 8. November wird eine digitale Einreiseanmeldung eingeführt und die Bundesländer erlassen neue Quarantäne-Regeln. Anmelden muss sich über das neue Online-Portal demnach nur, wer vorher in einem Corona-Risikogebiet war. Bei Nichtbeachtung der neuen Verpflichtung droht ein Bußgeld.

Ausnahmeregelungen soll es weiterhin für Berufspendler und andere Reisende im sogenannten kleinen Grenzverkehr geben.

So funktioniert die Anmeldung: Wer seine Angaben in dem Portal eingibt, erhält eine Bestätigung, die er bei einer Kontrolle – etwa am Flughafen durch die Bundespolizei – vorzeigen soll. Gleichzeitig gehen die Daten auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt.

Quarantäne nach Transit durch ein Risikogebiet?

Laut Auskunft deutscher Gesundheitsämter sollten sich auch Reisende, die durch ein als Risikogebiet ausgewiesenes Land gefahren sind, nach ihrer Rückkehr bei der für sie zuständigen Behördemelden.

Wer zum Beispiel eine Zwischenübernachtung eingelegt, Städte besichtigt oder Verwandte bzw. Freunde getroffen hat, muss mit einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. Falls man als Risikogebiet ausgewiesene Länder jedoch zügig durchquert und allenfalls kurze Tank- oder Toilettenpausen eingelegt hat, verzichten die Gesundheitsämter in der Regel auf eine Quarantäne.

Die letzte Entscheidung liegt aber bei den Behörden. Auch können sich die Regelungen in den Bundesländern im Detail unterscheiden.

Quarantäne bis das Ergebnis vorliegt

Ebenfalls noch bis 7. November gilt folgende Regelung: Rückkehrer aus Risikogebieten müssen bis zum Erhalt eines negativen Ergebnisses des bei der Einreise durchgeführten Tests eine häusliche Quarantäne einhalten. Diese kann stichprobenartig durch die örtlichen Behörden überprüft werden. Bei einem positiven Testergebnis verlängert sich die Dauer der Quarantäne automatisch auf mindestens 14 Tage.

Voraussichtlich ab 8. November sollen die Bestimmungen laut Beschlüssen der deutschen Bundesländer verschärft werden. Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich dann ohne Ausnahmen unverzüglich und auf direktem Weg in die eigene Wohnung begeben und eine 14-tägige Quarantäne einhalten. Diese Selbstisolation kann durch einen negativen Corona-Test, der frühestens am fünften Tag nach der Rückkehr durchgeführt wird, vorzeitig beendet werden.

Übersicht: Risikogebiete weltweit

Verstoß gegen Quarantäne-Regeln nicht ratsam

Die häusliche Quarantäne sieht vor, dass man unverzüglich in die eigene Wohnung oder an den gewöhnlichen Aufenthaltsort zurückkehrt und dort 14 Tage bleibt – bzw. bis zum Erhalt des negativen Testergebnisses. Selbst Einkäufe sind untersagt. Wer dagegen verstößt, riskiert hohe Geld- oder Freiheitsstrafen.

Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist eine “Zwangsquarantäne” als Schutzmaßnahme zur Verhinderung der Verbreitung von Sars-CoV-2 möglich. Verstöße gegen eine Quarantäneanordnung können mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Wer die Quarantänepflicht verletzt und dadurch die Krankheit verbreitet, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Daneben können Reiserückkehrer nach dem IfSG unter anderem dazu verpflichtet werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen und Auskunft zu geben (u.a. über ihre Identität, Reiseroute sowie Kontaktdaten). Wer hiergegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro belegt werden kann.

So sind die Quarantäne-Regelungen der Bundesländer im Einzelnen*

Ende der kostenlosen Corona-Tests für Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten

Ab sofort sind die freiwilligen Corona-Tests für Reiserückkehrer, die sich in keinem Risikogebiet aufgehalten haben, nicht mehr generell kostenlos. Hintergrund ist, dass die Zahl der festgestellten Infektionen bei Testungen von Rückreisenden aus Nicht-Risikogebieten sehr gering war. Lediglich Bayern hält an den Gratis-Tests zunächst weiter fest.

Mit Material von dpa

* Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.

Quelle: adac.de / Foto:  dpa/Marijan Murat